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Unsere Stärke liegt darin, mutig interdisziplinär zusammenzuarbeiten
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Dr. Varun Venkataramani ist der Gewinner des Eppendorf Award for Young European Investigators 2025. Drei Fragen an den Forscher.
Sie haben sich in Ihrer Forschung damit befasst, wie Krebszellen mit Neuronen interagieren und so das Fortschreiten von Hirntumoren steuern. Was war dabei Ihre wichtigste Entdeckung?
Dr. Varun Venkataramani: Wir haben herausgefunden, dass Glioblastomzellen – die aggressivste Form von Hirntumoren – funktionelle Synapsen mit Neuronen bilden und so in gewisser Weise das Kommunikationssystem des Gehirns kapern. An diesen Synapsen setzen Neuronen Glutamat frei, einen wichtigen Botenstoff im Gehirn. Elektrische Impulse regen die Tumorzellen dazu an, schneller zu wachsen und sich auszubreiten. Dies hat unser Verständnis grundlegend verändert: Hirntumoren wachsen nicht nur im Gehirn, sie integrieren sich aktiv in dessen neuronale Architektur und nutzen diese aus.
Die Jury würdigt im Besonderen das translationale Potenzial Ihrer Arbeit. Was könnte sich künftig bei der Therapie und der Behandlung von Hirntumoren verbessern?
Venkataramani: In einer klinischen Phase-II-Studie untersuchen wir, wie das Medikament Perampanel bei Krebspatienten mit einem Glioblastom wirkt. Bei Epilepsiepatienten blockiert es bestimmte Glutamatrezeptoren und hemmt so die übermäßige Hirnaktivität, und wir gehen davon aus, dass es auch die Kommunikation zwischen Neuronen und Tumoren unterbrechen kann. Wir haben molekulare Zielstrukturen in den Tumorzellen, also bestimmte Rezeptoren identifiziert, wo Antiepileptika gezielt wirken.
Darüber hinaus entwickeln wir aktuell ein gentherapeutisches Verfahren – das retrograde Virustracting –, um Tumorzellen von den neuronalen Schaltkreisen zu trennen, die sie am Leben halten. Unser Ziel ist, diese Methode als echte Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden zu etablieren. Diese Bemühungen bündeln wir in dem noch jungen Forschungsfeld Cancer Neuroscience, das ich mitbegründet habe.
Hinter jeder bahnbrechenden Erkenntnis steht ein starkes Team. Was zeichnet Ihr Forschungsteam aus, mit dem Ihnen dieser Erfolg gelungen ist?
Venkataramani: Unsere Stärke liegt darin, mutig interdisziplinär zusammenzuarbeiten. Dafür verbinden wir die Neurowissenschaften, die Onkologie, die moderne Mikroskopie sowie die klinische Medizin. So kommen wir auf neue Lösungen. So haben wir ein Verfahren, das Tollwutviren sichtbar macht, modifiziert, um damit Tumornetzwerke darzustellen. Außerdem haben wir die Mikroskopie an lebenden Organismen – Intravitalmikroskopie genannt – entwickelt, um die Wechselwirkungen zwischen Tumoren und Neuronen in lebenden Gehirnen beobachten zu können.
Dank weltweiter Kooperationen ist eine schnelle Übertragung unserer Forschungsergebnisse auf die Praxis möglich. Und wir fördern eine Kultur, die junge Forschende dazu ermutigt, innovativen, risikoreichen Ideen nachzugehen. Nur so sind bahnbrechende Entdeckungen möglich.
Dr. Varun Venkataramani: Wir haben herausgefunden, dass Glioblastomzellen – die aggressivste Form von Hirntumoren – funktionelle Synapsen mit Neuronen bilden und so in gewisser Weise das Kommunikationssystem des Gehirns kapern. An diesen Synapsen setzen Neuronen Glutamat frei, einen wichtigen Botenstoff im Gehirn. Elektrische Impulse regen die Tumorzellen dazu an, schneller zu wachsen und sich auszubreiten. Dies hat unser Verständnis grundlegend verändert: Hirntumoren wachsen nicht nur im Gehirn, sie integrieren sich aktiv in dessen neuronale Architektur und nutzen diese aus.
Die Jury würdigt im Besonderen das translationale Potenzial Ihrer Arbeit. Was könnte sich künftig bei der Therapie und der Behandlung von Hirntumoren verbessern?
Venkataramani: In einer klinischen Phase-II-Studie untersuchen wir, wie das Medikament Perampanel bei Krebspatienten mit einem Glioblastom wirkt. Bei Epilepsiepatienten blockiert es bestimmte Glutamatrezeptoren und hemmt so die übermäßige Hirnaktivität, und wir gehen davon aus, dass es auch die Kommunikation zwischen Neuronen und Tumoren unterbrechen kann. Wir haben molekulare Zielstrukturen in den Tumorzellen, also bestimmte Rezeptoren identifiziert, wo Antiepileptika gezielt wirken.
Darüber hinaus entwickeln wir aktuell ein gentherapeutisches Verfahren – das retrograde Virustracting –, um Tumorzellen von den neuronalen Schaltkreisen zu trennen, die sie am Leben halten. Unser Ziel ist, diese Methode als echte Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden zu etablieren. Diese Bemühungen bündeln wir in dem noch jungen Forschungsfeld Cancer Neuroscience, das ich mitbegründet habe.
Hinter jeder bahnbrechenden Erkenntnis steht ein starkes Team. Was zeichnet Ihr Forschungsteam aus, mit dem Ihnen dieser Erfolg gelungen ist?
Venkataramani: Unsere Stärke liegt darin, mutig interdisziplinär zusammenzuarbeiten. Dafür verbinden wir die Neurowissenschaften, die Onkologie, die moderne Mikroskopie sowie die klinische Medizin. So kommen wir auf neue Lösungen. So haben wir ein Verfahren, das Tollwutviren sichtbar macht, modifiziert, um damit Tumornetzwerke darzustellen. Außerdem haben wir die Mikroskopie an lebenden Organismen – Intravitalmikroskopie genannt – entwickelt, um die Wechselwirkungen zwischen Tumoren und Neuronen in lebenden Gehirnen beobachten zu können.
Dank weltweiter Kooperationen ist eine schnelle Übertragung unserer Forschungsergebnisse auf die Praxis möglich. Und wir fördern eine Kultur, die junge Forschende dazu ermutigt, innovativen, risikoreichen Ideen nachzugehen. Nur so sind bahnbrechende Entdeckungen möglich.
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More information: www.venkataramani-lab.com/team
About Dr. Varun Venkataramani:
Dr. Varun Venkataramani works at the Neurological Clinic at Heidelberg University Hospital on new approaches for better treatment and halting the growth of aggressive brain tumors. The neuro-oncologist co-founded a new field of research: cancer neuroscience.
About Dr. Varun Venkataramani:
Dr. Varun Venkataramani works at the Neurological Clinic at Heidelberg University Hospital on new approaches for better treatment and halting the growth of aggressive brain tumors. The neuro-oncologist co-founded a new field of research: cancer neuroscience.
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